Gyros Grill für zu Hause: Was das Gerät können muss

Wer Gyros nicht in Streifen auf der Platte brät, sondern wie beim Imbiss am senkrechten Spieß gart, braucht einen Gyros Grill mit stehendem Drehspieß und einer Wärmequelle, die seitlich am Fleisch vorbeiläuft. Bei Gas- und Elektromodellen sitzen die Brenner oder Heizstäbe dafür hinter dem Spieß oder daneben, sodass die Außenschicht bräunt und das Fett nach unten abtropft. Für den Hausgebrauch genügt meist ein Gerät, das einen Spieß mit 2 bis 4 kg Fleisch trägt. Alles darüber ist Gastronomieformat und für Familie und Gartenparty kaum zu beherrschen.

Wichtig ist der Unterschied zum klassischen Drehspieß, der waagerecht über der Glut rotiert: Der senkrechte Aufbau erlaubt es, dünne Scheiben vom gegarten Außenrand abzuschneiden, während der Spieß weitergart. Dafür brauchen Sie neben dem Grill ein langes, scharfes elektrisches Dönermesser oder zumindest ein sehr langes Schinkenmesser. Ohne passendes Schneidewerkzeug wird aus dem Spieß schnell eine Kraftübung mit ungleichmäßigen Stücken.

Die Wahl des Geräts: Gas, Elektro oder Holzkohle

Gas und Elektro für den Alltag

Die meisten Heimgeräte arbeiten mit Gas oder Strom. Ein gasbetriebener Gyros Grill erreicht schnell hohe Temperaturen und lässt sich über Regler fein einstellen, was bei Gyros wichtig ist, weil die Hitze die Außenseite bräunen, aber nicht verbrennen soll. Elektrische Modelle sind für Balkon und Garage praktisch, solange Sie den Anschluss und die Leistung Ihrer Steckdose im Blick haben. Achten Sie auf mindestens zwei getrennt regelbare Heizzonen, damit Sie Bräunung und Garzeit steuern können.

Holzkohle für Aroma-Fans

Holzkohle liefert das beste Röstaroma, verlangt aber mehr Erfahrung. Beim senkrechten Spieß müssen Sie die Kohle seitlich oder hinten anordnen, sonst tropft Fett in die Glut und verursacht Stichflammen. Wer Gyros zum ersten Mal selbst am Spieß macht, ist mit Gas oder Strom besser bedient, weil sich die Temperatur gleichmäßiger halten lässt.

Ein digitales Fleischthermometer gehört bei jeder Variante dazu. Gyros aus Schweinefleisch muss im Kern durchgegart sein; als Orientierung gelten rund 72 bis 75 °C Kerntemperatur, bei Geflügel sollten es mindestens 75 °C sein. Messen Sie dort, wo das Fleisch am dicksten ist, nicht am Spieß selbst.

Den Spieß richtig aufbauen

Der Spieß steht und fällt mit dem Fleisch. Für klassisches Schweinegyros eignet sich Schweinenacken oder Schweineschulter mit etwas Fett, denn magere Stücke trocknen am Spieß aus. Schneiden Sie das Fleisch in dünne, etwa fingerdicke Scheiben, würzen Sie es mit Salz, Pfeffer, Paprika, Oregano, Knoblauch und Zwiebel und lassen es mindestens einige Stunden, besser über Nacht, im Kühlschrank durchziehen. Dann schichten Sie die Scheiben dicht auf den Spieß, mittig angelegt und regelmäßig leicht gedrückt, damit keine Lufteinschlüsse entstehen.

Wer Zeit sparen will, kann Spieß-Rohlinge vom Metzger oder aus der Tiefkühltruhe verwenden. Für den selbst geschichteten Spieß benötigen Sie einen Edelstahlspieß für Gyros in passender Länge zum Gerät; der Spieß muss sauber zentriert in der Halterung laufen, sonst eiert die Konstruktion beim Drehen.

Typische Anfängerfehler beim Gyros-Grillen

Der häufigste Fehler ist zu viel Hitze von Anfang an. Dann verbrennt die Oberfläche, während das Innere roh bleibt. Erkennen Sie das an einer dunklen, trockenen Kruste und rosa Fleisch beim ersten Anschnitt. Die Lösung: Hitze reduzieren, den Spieß zeitweise weiter vom Brenner entfernen und die Außenschicht erst abschneiden, wenn sie durchgegart ist.

Der zweite Klassiker ist ein unausgewogen aufgebauter Spieß. Sitzt das Fleisch schief oder ist der Schwerpunkt verlagert, bremst der Motor, und das Fleisch gart ungleichmäßig. Prüfen Sie vor dem Anheizen, ob der Spieß ohne Hitze gleichmäßig dreht, und korrigieren Sie die Lage, bis er ruhig läuft.

Auch das Schneiden zum falschen Zeitpunkt kommt oft vor. Wer ständig kleine Fetzen abnimmt, kühlt den Spieß aus. Besser: Warten, bis die Außenschicht dunkel und knusprig ist, dann in einem Zug dünne Scheiben abschneiden und den Spieß zurück in die Hitze geben. So bleibt das Gyros saftig und die Kruste frisch. Zu fettarmes Fleisch erkennen Sie daran, dass die Scheiben im Anschnitt strohig wirken; hier hilft nächstes Mal ein höherer Fettanteil oder eine kurze Marinade mit Öl.

Schließlich unterschätzen viele die Fettauffangschale. Läuft sie über oder steht sie zu nah an der Hitze, riecht es verbrannt und es kann zu Flammen kommen. Eine Fettauffangschale mit etwas Wasser auf dem Boden verhindert, dass das Fett anbrennt und raucht, und erleichtert die Reinigung erheblich.

Beilagen, Brot und Reinigung

Gyros schmeckt am besten mit selbst gemachtem Tzatziki, frischem Tomatensalat und warmem Fladenbrot oder Pitabrot. Ein Pizzastein für den Grill eignet sich nebenbei zum Aufbacken des Brots, sofern Ihr Gerät oder ein zweiter Grill dafür Platz bietet. Wer Fladenbrot kauft, erwärmt es kurz auf dem Rost, sodass es weich bleibt und nicht austrocknet.

Nach dem Grillen gilt: Lassen Sie das Gerät auskühlen, bevor Sie es reinigen. Fett und Marinadenreste lassen sich in lauwarmem Zustand besser lösen; mit Grillreiniger für Edelstahl und einem weichen Schwamm entfernen Sie eingebrannte Rückstände, ohne die Oberfläche zu zerkratzen. Brenner, Heizstäbe und Motorgehäuse bleiben trocken und werden nur mit einem feuchten Tuch abgewischt. So hält der Gyros Grill über viele Saisons und liefert jedes Mal gleichmäßige Ergebnisse.