Kamado – Japanische Grilltradition in moderner Ausführung
Geschichte und Entwicklung des Kamado
Der Kamado hat seinen Ursprung in der japanischen Kochtradition, wo der Begriff wörtlich „Herd" oder „Kochstelle" bedeutet. Bereits vor mehreren Jahrhunderten nutzten japanische Köche tonbasierte, eiförmige Öfen zum Kochen und Garen von Reis. Nach dem Zweiten Weltkrieg gelangte das Konzept in die USA, wo es mit modernen Materialien wie Hochleistungskeramik weiterentwickelt wurde und als Grillgerät neue Popularität erlangte.
Die eiförmige Grundform des Kamado ist über die Jahrhunderte weitgehend unverändert geblieben, da sie thermodynamisch optimal ist. Die geschwungenen Innenwände leiten die aufsteigende Hitze und den Rauch gleichmäßig um das Grillgut und erzeugen so eine konvektionsartige Garumgebung. Moderne Kamados bestehen aus mehrschichtiger Keramik, Edelstahlkomponenten und hitzebeständigen Dichtungen.
Kamado – Thermische Eigenschaften
Die dicken Keramikwände eines Kamado speichern enorme Wärmemengen und geben diese gleichmäßig als Strahlungswärme ab. Dadurch bleibt die Innentemperatur über Stunden stabil, selbst bei widrigen Witterungsbedingungen. Der Brennstoffverbrauch ist im Vergleich zu Stahlgrills deutlich geringer, da wenig Hitze nach außen verloren geht. Bei einem Niedrigtemperatur-Garvorgang über zwölf Stunden benötigt ein Kamado oft nur eine einzige Befüllung mit Holzkohle.
Vielseitigkeit und Gartechniken im Kamado
Der Kamado deckt ein Temperaturspektrum von etwa 70 bis über 400 Grad Celsius ab. Am unteren Ende dieses Bereichs eignet er sich zum Kalträuchern und Niedrigtemperaturgaren, am oberen Ende für das Backen von Pizza bei Steinofentemperaturen. Dazwischen liegt das klassische Grillen, Braten und Schmoren. Diese Bandbreite macht den Kamado zu einem der vielseitigsten Gargeräte überhaupt.
Für die verschiedenen Gartechniken werden unterschiedliche Einbauten verwendet. Ein Deflektorstein aus Schamott oder Cordierit blockiert die direkte Hitze von unten und verwandelt den Kamado in einen Umluftofen. Mehrstöckige Rosteinsätze ermöglichen das gleichzeitige Garen auf verschiedenen Ebenen. Gusseiserne Grillroste speichern Hitze und erzeugen ausgeprägte Grillstreifen, während Edelstahlroste leichter zu reinigen sind.
Anschaffung und Pflege
Ein Kamado stellt eine langfristige Investition dar. Die Keramikkonstruktion ist bei sachgemäßer Behandlung über Jahrzehnte nutzbar. Wichtig ist der Schutz vor Frostschäden: In Keramikporen eingedrungenes Wasser kann bei Gefrieren das Material sprengen. Eine passende Schutzhülle und ein trockener Standort verlängern die Lebensdauer erheblich. Die Dichtung zwischen Deckel und Korpus sollte regelmäßig geprüft und bei Verschleiß ersetzt werden, um die Wärmeisolierung aufrechtzuerhalten.