Indirektes Grillen – Schonendes Garen ohne direkte Flamme
Indirektes Grillen – Prinzip und Aufbau der indirekten Grillmethode
Indirektes Grillen – Funktionsweise und Temperaturzonen
Beim indirekten Grillen wird das Grillgut nicht unmittelbar über der Hitzequelle platziert, sondern seitlich versetzt oder oberhalb davon. Die Hitze zirkuliert dabei im geschlossenen Grill ähnlich wie in einem Umluftofen und gart das Fleisch gleichmäßig von allen Seiten. Diese Methode eignet sich besonders für größere Fleischstücke, Geflügel im Ganzen oder empfindliches Grillgut, das bei direkter Hitze verbrennen würde.
Für indirektes Grillen wird der Grill in mindestens zwei Temperaturzonen eingeteilt. Auf einem Kugelgrill werden die Briketts beispielsweise an den Seiten aufgeschichtet, während das Grillgut in der Mitte auf dem Rost liegt. Unter dem Fleisch steht eine Auffangschale mit Wasser oder Brühe, die herabtropfendes Fett auffängt und gleichzeitig die Luftfeuchtigkeit im Grill erhöht. Die Temperatur beim indirekten Grillen bewegt sich üblicherweise zwischen 130 und 200 Grad Celsius.
Geeignete Grillgeräte
Kugelgrills, Keramikgrills und Gasgrills mit mehreren Brennern eignen sich gleichermaßen für indirektes Grillen. Bei Gasgrills werden ein oder zwei Brenner ausgeschaltet, um eine hitzequellenfreie Zone zu schaffen. Keramikgrills halten aufgrund ihrer Isolierung die Temperatur besonders stabil und eignen sich daher hervorragend für langes indirektes Grillen über mehrere Stunden.
Anwendung und typische Zubereitungen
Fleischstücke und Garzeiten
Klassische Zubereitungen beim indirekten Grillen umfassen ganze Hähnchen, Rollbraten, Rippenstücke und große Steaks mit einer Dicke von mehr als vier Zentimetern. Ein ganzes Hähnchen benötigt bei 180 Grad Celsius etwa 60 bis 90 Minuten, während ein Schweinebraten je nach Gewicht zwei bis vier Stunden in Anspruch nehmen kann. Die Kerntemperatur bestimmt den optimalen Garzeitpunkt und sollte mit einem Fleischthermometer überwacht werden.
Die Kombination aus indirektem Grillen und einer abschließenden Phase über direkter Hitze wird häufig eingesetzt, um eine knusprige Kruste zu erzeugen. Dabei wird das Fleisch zunächst indirekt auf die gewünschte Kerntemperatur gebracht und anschließend kurz über starker Hitze angebraten. Diese Technik vereint die Vorteile beider Methoden und verhindert ein Austrocknen des Fleisches.
Tipps zur Temperaturkontrolle
Beim indirekten Grillen ist die Kontrolle der Grillinnentemperatur wichtiger als die Kerntemperatur allein. Der Deckel sollte möglichst geschlossen bleiben, da jedes Öffnen zu einem Temperaturverlust von 20 bis 30 Grad führt. Lüftungsschieber am Grill regeln die Sauerstoffzufuhr und damit die Temperatur. Als Faustregel gilt: Mehr Luft bedeutet mehr Hitze, weniger Luft senkt die Temperatur beim indirekten Grillen graduell ab.