Vertikalgrill – Aufrechtes Grillen für fettreduzierte Zubereitung
Konstruktion und Funktionsweise des Vertikalgrills
Ein Vertikalgrill unterscheidet sich von herkömmlichen Grills durch die senkrechte Anordnung der Hitzequelle und des Grillguts. Die Wärmequelle – Infrarotstrahler, Gasbrenner oder Heizspiralen – befindet sich vertikal hinter oder zwischen den Grillrosten. Das Grillgut wird ebenfalls vertikal aufgehängt oder in seitliche Halteklammern eingespannt. Durch diese Anordnung tropft das austretende Fett nach unten in eine Auffangschale, anstatt auf die Hitzequelle zu fallen.
Die vertikale Ausrichtung des Vertikalgrills bietet einen thermodynamischen Vorteil: Heißluft steigt natürlich nach oben und umströmt das Grillgut gleichmäßig. Die Strahlungswärme der seitlich angeordneten Hitzequelle bräunt die zugewandte Seite, während aufsteigende Konvektionswärme das Grillgut von allen Seiten gart. Diese Kombination aus Strahlung und Konvektion erzeugt eine gleichmäßige Bräunung bei reduziertem Fettgehalt.
Vertikalgrill – Bauformen und Hitzequellen
Elektrische Vertikalgrills verwenden Infrarot-Heizelemente, die eine intensive Strahlungswärme erzeugen. Gas-Vertikalgrills arbeiten mit senkrecht montierten Brennern. Die Grillfläche besteht aus zwei gegenüberliegenden Rosten, die das Grillgut wie in einem Buch einspannen und sich um die eigene Achse drehen lassen. Einige Modelle verfügen über einen Drehspieß in der Mitte, auf dem Geflügel, Gyros oder Rollbraten rotieren.
Gesundheitliche Aspekte und Grillergebnisse
Der wesentliche Vorteil des Vertikalgrills liegt in der fettreduzierten Zubereitung. Da das Fett in die Auffangschale tropft statt auf glühende Kohle oder heiße Brenner, entstehen deutlich weniger polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe – kurz PAK –, die beim Verbrennen von Fett auf heißen Oberflächen freigesetzt werden. Diese Substanzen gelten als gesundheitlich bedenklich und sind bei konventionellen Grills ein bekanntes Thema.
Das Grillergebnis eines Vertikalgrills zeichnet sich durch eine gleichmäßige Bräunung und eine saftige Konsistenz aus. Durch das Abtropfen des Fetts ergibt sich ein etwas anderes Geschmacksprofil als beim horizontalen Grillen, bei dem verdampfendes Fett zum Röstaroma beiträgt. Hähnchen, Döner, Schaschlik und andere Spießgerichte gelingen auf dem Vertikalgrill besonders gut, da sie von der gleichmäßigen Rundum-Hitze profitieren.
Platzbedarf und Alltagstauglichkeit
Ein Vertikalgrill benötigt weniger Stellfläche als ein vergleichbarer Horizontalgrill, da er in die Höhe baut statt in die Breite. Elektrische Modelle eignen sich auch für den Innenbereich, da kein offenes Feuer entsteht und die Rauchentwicklung minimal ist. Die Reinigung ist unkompliziert: Die Auffangschale wird entleert, die Grillroste werden mit einer Bürste gesäubert. Kompakte Vertikalgrills lassen sich zusammenklappen und platzsparend verstauen.